Venezuela als Pornobremse
Bislang stößt man im Internet nur selten auf irgendeiner Form von Zeitschranken. Sie widersprächen auch im Grunde genommen dem Ansatz der permanenten Verfügbarkeit des Internets. Ab und an wird jedoch aus Jugendschutzgründen, auch in Deutschland, auf solche Maßnahmen zurückgegriffen. Nun möchte Venezuela auf diesem Wege den Zugang zu Pornographie einschränken. Vor zwei Wochen gab es im venezuelanischen Parlament einen Erlass, laut dem Pornos nur noch nach Mitternacht angesurft werden dürfen. Eine solche Einschränkung gilt bereits für das Fernsehen und das Radio. Wie das Ganze umgesetzt werden soll, wurde jedoch nicht weiter erläutert. Angesichts der Tatsache, dass so etwas kaum möglich ist, könnte es sich um eine mehr symbolische Handlung handeln. Wenn überhaupt, kann nur der Zugriff auf einheimische Angebote kontrolliert werden. Wenn Mobiltelefone über andere Schnittstellen ins Internet gehen, müssten hier noch tief greifende Filter eingesetzt werden. Laut offizieller Stellungnahme, galt es vor allem, dem Internet dieselben Regeln aufzubürden, wie anderen Medien. Durch den moralischen Anspruch der Regierung mangelt es zumindest nicht an einer Motivation. Als Strafmaß stehen 10 % des Jahresumsatzes für eine Zuwiderhandlung zur Debatte.











